bgx Admin
 Geschlecht:  Alter: 30 Anmeldungsdatum: 15.03.2005 Beiträge: 1045
Wohnort: Nonnweiler
|
Verfasst am: 29.05.2008 22:39 Titel: Westfale
|
|
|
|
Westfale
Herkunft
Westfalen
Farben
alle Grundfarben
Exterieur
162 bis 172 cm Stockmaß; großrahmiges Pferd; gut bemuskelter Rücken; schön angesetzter, getragener Schweif; lange, schräge Schulter; kräftige Beine mit klaren, trockenen Gelenken und markierten Sehnen; schön aufgesetzter, langer Hals
Verwendung
vielseitiges Reitpferd mit enormem Springvermögen
Geschichte und Abstammung
Als die Römer ihr Wissen über die Germanenpferde niederschrieben, waren diese Tiere etwa 1,2 m groß, hatten lange Mähnen und Schweife, eine meist dunkle Fellfarbe, waren zäh und ausdauernd und liefen mit kurzen, schellen Tritten. In den Moor- und Waldgebieten Westfalens hatten sich zudem die letzten Reste der Wildpferde-Herden zurückgezogen. Als sie sich mit entlaufenden Bauern- und Kriegspferden kreutzen, entstand eine bunte Mischung, die zu den Grundstöcken westfälischer Wildgestüte wurde. In diesen Zuchtstätten lebten die Stuten das ganze Jahr über draussen. Der Mensch traf die Zuchtauswahl, indem er die Hengste zur Herde ließ. Das älteste dieser Gestüte war das Senner-Gestüt. Einer Sage nach soll es mit dem im Jahre 9 n. Chr. von den Römern in der Schlacht im Teutoburger Wald erbeuteten Pferden aufgebaut worden sein. Die erste schriftliche Nachricht stammt allerdings ert von 1160. 1720 umfasste dieses Gestüt 110 Stuten und 8 Hengste. Die Kronen-Senner, bennant nach ihrem Brandzeichen, waren als Reitpferde überaus beliebt. Durch Einkreuzung von Vollblut aber verschwand der Senner allmählich. Die letzte Eintragung ins Gestütbuch erfolgte 1933. Als 1826 das "Königlich-Preußische-Rheinisch-Westfälische Landgestüt" gegründet wurde, gab es außerdem das Münsterländer Kleinpferd sowie die "Dickköppe" aus dem Wildgestüt des Emscherbruchs und die Wildpferde des Merfelder Bruchs bei Dülmen. Die nächsten 25 Jahre lang herrschte daher in Westfalen ein ziemliches Zucht-Durcheinander. Während der eine Züchter auf Oldenburger Basis ein schweres Warmblutpferd züchtete, bevorzugte der andere ostfriesische Hengste ofer Vollblüter. Um 1900 existierten 14 Hengsthalter-Genossenschaften. Mit dem 1904 gegründeten Westfälischen Pferdestammbuch wurde erstmals eine einheitliche Zuchtrichtung geschaffen. Zuchtziel war zum einen "ein kräftiges, gut gebautes, gängiges Reit-, Wagen- und Arbeitspferd", zum anderen "ein kräftiges, breites, gut gebautes und gängiges Arbeitspferd". Zur Blutauffrischung zugelassen waren beim Warmblut Englisches Vollblut, Hannoveraner, Oldenburger und ihre nahe verwandte Rasse sowie beim Kaltblut Ardenner, Belgier und verwandte Rassen. Da dem Oldenburgern die westfälischen Umweltbedingungen gar nicht zusagten, wurden ab 1909 vermehrt Anglo-Normannen eingeführt. Ab 1920 nahm der Hannoveraner einen solch großen Einfluss, dass er äußerlich nicht zu unterscheiden ist.
Temprament und Talent
Der Westfale ist ein elegantes Reitpferd, mit dem Dressur- und Springreiter bei internationalen Meisterschaften antreten. |
|
|
|
|